Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Aktuelle Ausgabe als PDF

aus der Einheit und Verbundenheit kommen wir als Neugeborene in eine Welt, die uns zum Individuum – einem abgegrenzten Ich – und dem damit verbundenen Gefühl der Getrenntheit führt. Jede Generation inszeniert die „Vertreibung aus dem Paradies“ immer wieder aufs Neue. Nur so lernen wir Eigenverantwortung und können das gesellschaftliche Leben bewältigen … Aber es fehlt etwas, denn hier hört unser Weg, unsere Bestimmung als „Individuum“ nicht auf. Wer sich nur auf das getrennte Ich einpendelt, ist stets auf der Suche nach neuer Befriedigung – technische Erfindungen liefern laufend neue „Spielsachen“, ziehen unsere Aufmerksamkeit dorthin, wo wir nie wirklich erfüllend glücklich werden können, da sie vom wahren Weg, den wir gehen müssen, ablenken, ihn verhindern: von der erfahrenen Trennung und dem ihr innewohnenden Schmerz zur bewussten Einheit und innerem Frieden.

Wir sind mehr als das Ego, was „haben“ will und immer nur flüchtig „bekommt“. Was sich dafür beeinflussen lässt, sich verbiegt, manipuliert, verzweifelt. Und es gibt Wege, herauszufinden, wer wir eigentlich sind. Wieder einmal dürfen wir Ihnen in dieser Ausgabe mit dem Artikel „Das Eis im Herzen schmelzen“ klärende Worte des grönländischen Schamanen Angaangaq Angakkorsuaq weitergeben: „Die Alten sagen: Der Grund, weshalb wir auf Erden wandeln, ist, uns selbst kennenzulernen. Denn wenn wir uns selbst erkennen, werden wir auch den Schöpfer erkennen.“ Angaangaq klärt uns auf, was die wahre Bedeutung und Auftrag eines Schamanen sind – eine Hilfe und Unterstützung eben dabei, sich selbst, die eigenen Verstrickungen, Glaubenssätze, Blockaden und letztendlichen Möglichkeiten zu sehen und zu verstehen. „Und nur wenn du dich selbst verstehst und mit dir selbst im Reinen bist […] wirst du dein gegenwärtiges Leben meistern. […] und dich zu der Einsicht zu bringen, wie schön du bist.“

Einen Einblick in eine sehr ansprechende und sofort nachempfindbare Symbolik schenkt uns Georg Lolos in unserem Artikel „Du bist nicht, was du denkst“ für unseren Prozess des Selbsterkennens: „Stell dir vor, die Weite deines Bewusstseins ist ein stilles, friedvolles Universum. In ihm steht jedoch ein großes Haus, in dem es gewaltig lärmt. In den Räumen dieses Hauses wohnen deine schwierigen emotionalen Zustände. […] können ihre Zimmer nicht verlassen, aber du gehst sie besuchen.“ Lolos trifft „des Pudels Kern“, wenn er uns durch dieses hervorragende Bild fühlen lässt, wie selten wir dieses Haus mit seinen zehn Zimmern im Alltag verlassen, mal in den „ruhigen Garten der positiven Emotionen“ davor gehen, geschweige denn in die „stille Weite des Bewusstseins“ außerhalb des Ego- Grundstücks … Und wenn das Ich sich selbst erkennt und Stille einkehren kann, lösen sich Grenzen in Verbundenheit auf …

Genießen wir also den Altweiber-Sommer oft im Garten oder der sich wandelnden Natur drumherum. Es lohnt sich!

Ihr/Euer WEGWEISER-Team